Aachener Appell

für einen sofortigen Stopp der ruinösen Kaiserplatzgalerie-Aktivitäten

Wir fordern Oberbürgermeister Marcel Philipp und die Damen und Herren des Aachener Stadtrates auf: Stoppen Sie diesen Wahnsinn, der zum Verfall eines ganzen Viertels führt! Sorgen Sie dafür, dass das Bauvorhaben ad acta gelegt wird! Bewegen Sie Herrn Kahlen, seine Grund­stücke zu einem angemesse­nen Preis für nützlichere Zwecke zur Verfü­gung zu stel­len. Steuern Sie um, und entwi­ckeln Sie ein lebendiges, grünes, wohnliches und men­schenfreundliches Stadt­quartier am Kaiser­platz!

Hier können Sie den vollständigen Appell lesen.

Wem gehört die Stadt?

Podiumsdiskussion zur aktuellen Stadtplanung und Stadtpolitik
am Donnerstag, 14.01.2010, um 19.30 Uhr im Haus Löwenstein, Markt

Wem gehört die Stadt?“ am Donnerstag, 14.01.2010, um 19.30  Uhr im Haus Löwenstein, Markt

Bilder von der Podiumsdiskussion am 17.02.2009

Am 17.02.2009 haben wir in der Aula Carolina die Podiumsdiskussion „Die Diktatur der Einkaufspaläste – Wieviel Kaiserplatzgalerie verträgt die Stadt Aachen?“ veranstaltet. 250 Bürgerinnen und Bürger diskutierten mit Investor, Fachleuten, Verwaltung und Politik.

Podiumsdiskussion am 17.02.2009 in der Aula Carolina – Foto: Ricarda Grothey
Podiumsdiskussion am 17.02.2009 in der Aula Carolina
Foto: Ricarda Grothey
Podiumsdiskussion am 17.02.2009 in der Aula Carolina – Foto: Ricarda Grothey
Podiumsdiskussion am 17.02.2009 in der Aula Carolina
v. l. n. r.: Herbert Dierke, Michael Penners, Prof. Werner Kasig, Jürgen Huenerbein, Harald Kriesel, Prof. Christian Uwer
Foto: Ricarda Grothey
Podiumsdiskussion am 17.02.2009 in der Aula Carolina – Foto: Ricarda Grothey
Podiumsdiskussion am 17.02.2009 in der Aula Carolina
v. l. n. r.: Michael Rau, Lothar Reinhard, Horst Schnitzler, Dr. Karin Renner, Ulla Putze, Norbert Plum
Foto: Ricarda Grothey

Die Diktatur der Einkaufspaläste –
Wieviel Kaiserplatzgalerie verträgt die Stadt Aachen?

Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Kaiserplatzgalerie und Innenstadtentwicklung“ am 17.02.2009

Podiumsdiskussion Die Diktatur der Einkaufspaläste – „Wieviel Kaiserplatzgalerie verträgt die Stadt Aachen?“ am 17.02.2009

Aachen, 23.01.2009 – Die Errichtung großer Shopping-Malls in den Innenstädten ist bundesweit ein vieldiskutiertes Thema. Auch in Aachen soll ein solches Einkaufszentrum – die Kaiserplatzgalerie – gebaut werden.

Wir wollen diese Planungen öffentlich debattieren und laden Sie zur Podiumsdiskussion am Dienstag, dem 17. Februar 2009 um 19.30 Uhr in die Aula Carolina, Pontstraße 7–9 ein.

Die Auswirkungen solcher Projekte sind umstritten. Darum möchten wir mit den Podiumsteilnehmern und -teilnehmerinnen unter anderem folgende Fragen diskutieren:

  • Wird die geplante Kaiserplatzgalerie zusätzliche Kaufkraft in die Stadt holen, oder wird sie eher zu geringerer Vielfalt und mehr Leerstand führen?
  • Wird die neue Shopping-Mall zu einer Aufwertung des Stadtviertels zwischen Kugelbrunnen und Kaiserplatz führen oder durch Überdimensionierung, monotone Fassaden und Einverleibung einer öffentlichen Straße zu neuen Problemen führen?
  • Steuert die Stadt die Planungen des Investors, oder ist es eher umgekehrt?

Zu der Podiumsdiskussion sind VertreterInnen der Stadt und des Investors eingeladen, VertreterInnen von Bürgerinitiativen aus anderen Städten und Fachleute. Zu Beginn der Veranstaltung wird es eine Zusammenfassung der maßgeblichen Informationen geben. Wir informieren Sie auch über Einflussmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger bis hin zum Bürgerbegehren.

Der zweite Teil der Veranstaltung bietet ausreichend Zeit zur Diskussion – Ihr Beitrag ist willkommen!

Abschied vom Prinzip der sprudelnden Vielfalt

Ein Leserbrief von Jürgen Huenerbein zum Artikel „Kaiserplatz-Galerie nimmt volle Fahrt auf“ in der Aachener Zeitung vom 19.12.2008

Aachen, 20.12.2008 – Im Gegensatz zu den Nachbarstädten Köln und Düsseldorf liegt Aachen an keinem bedeutenden Wasserweg – umso mehr verwundert es, dass der „Supertanker Kaiserplatzgalerie“ nun ausgerechnet in der kleinen Adalbertstraße „volle Fahrt aufnehmen“ soll. Wie aus der großformatigen Nachtperspektive zu entnehmen ist, hat die Aachener Stadtentwicklungspolitik hier endgültig Abschied vom Prinzip der „sprudelnden Vielfalt“ genommen.

Auch wenn der Artikel uns dies verschweigt, so zeigt die perspektivische Darstellung der Kaiserplatzgalerie nicht nur, dass das Projekt völlig überdimensioniert und fehl am Platze ist. Sie zeigt auch, dass der Investor mit seinen Ambitionen nicht an den Grenzen des Bebauungsplanes Halt zu machen gedenkt und bereits weitere Bereiche der Adalbertstraße und der Harscampstraße überplant hat. Diese sind nicht Bestandteil des Bebauungsplans und müssen somit den 29.300 m2 Einkaufsfläche noch hinzugerechnet werden. Auch die bereits innerhalb der Bebauungsplangrenzen geplanten 3.490 m2 Gastronomie- und 850 m2 Dienstleistungsfläche sollten nicht verschwiegen werden, um die Auswirkungen auf die Stadt Aachen richtig einschätzen zu können.

Das Einzelhandelsgutachten (GFK-Prisma 2007) geht bereits bei dem vom Bebauungsplan umfassten Bereich der Kaiserplatzgalerie von einer Umsatzverlagerung zu Ungunsten der bestehenden Aachener Innenstadt von 9,8 % aus. Bei der offensichtlich vom Investor angestrebten Planung, die durch Grundstückskäufe in jüngster Zeit belegt wird, ist zu befürchten, dass die durch die Rechtsprechung festgelegte Obergrenze von 10 % gesprengt bzw. zeitverschoben unterlaufen werden wird.

Das Projekt der Kaiserplatzgalerie ist in der jüngsten Vergangenheit aus vielfältigen Gründen kritisiert worden, ernst genommen ist diese Kritik seitens der Stadt bisher nicht. Auch der unbeholfene Versuch, nachträglich mit der Ankündigung eines Stadtteilrahmenplanes Suermondtviertel einen Deckel auf den Topf zu bekommen, kann da nicht überzeugen.

Pizzeria „Mangiare“ kann bleiben

Aachen, 19.12.2008 – Die Initiative der Bürgerinitiative „Kaiserplatzgalerie – aber anders“ und von relais hat dazu beigetragen, dass die Pizzeria „Mangiare“ in der Adalbertstraße weiterbestehen kann. Die Pizzeria war durch Umsiedlungspläne im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben „Kaiserplatzgalerie“ in ihrer Existenz gefährdet. Der Investor, Prof. Hans Kahlen, hat heute in einem persönlichen Gespräch mit den Betreibern der Pizzeria zugesichert, dass der Pachtvertrag verlängert wird.

Wir danken allen, die geholfen haben, der Pächterfamilie die berufliche Existenz zu sichern.

Offener Brief an Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden

Sprecherkreis der Bürgerinitiative „Kaiserplatzgalerie – aber anders!“
Postfach 101337
52013 Aachen
Tel. 0241 / 48060
info@kaiserplatzgalerie-anders.de



H. Schnitzler · Postfach 101337 · 52013 Aachen

Herrn Oberbürgermeister
Dr. Jürgen Linden
Rathaus/Markt
52062 Aachen



Aachen, 18.12.2008



Offener Brief und Hilfsappell, eine junge existenziell bedrohte Familie vor Rausschmiss aus ihrem Geschäft und vor dem beruflichen Aus zu bewahren


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

vor wenigen Tagen wurden wir mit dem Notruf eines Ehepaares konfrontiert, das in der unteren Adalbertstraße die Pizzeria „Mangiare“ betreibt. Nach Gesprächen mit den Eheleuten sind wir davon überzeugt, dass ihnen dringend geholfen werden muss.

Seit über zehn Jahren betreiben Hamid und Patricia Ketabi in der Adalbertstraße 67a ihre Pizzeria. Mit großem persönlichen Einsatz, Fleiß und viel Liebe – wie Sie sich vor Ort überzeugen können – haben die beiden eine schöne Gaststätte geschaffen, die viele Jahre bis heute hin eine Bereicherung für die untere Adalbertstraße darstellt.

Auch haben sie als Pächter der Räumlichkeiten eine Menge Geld in die Gaststätte investiert und sie im Laufe der Jahre permanent aufgewertet, mit der Folge einer entsprechend positiven Kundenresonanz. Ein Kaufangebot, das die Eheleute dem vorletzten Besitzer unterbreiteten, konnte nicht mit dem wesentlich höheren Angebot des Investors und Projektentwicklers der geplanten Kaiserplatzgalerie mithalten. So kam es zum Verkauf des Hauses an Herrn Kahlen.

Dieser ließ dem Pächterehepaar die Kündigung des Pachtverhältnisses zum Jahresende 2008 zukommen. Zugleich wurde den besorgten Pächtern vermittelt, dass sie bis 2011 bleiben und ihr Geschäft weiter betreiben könnten. Auch wurde Hilfe bei der Vermittlung neuer Räumlichkeiten angekündigt. Es steht fest, dass die Pächter der Pizzeria die in Zukunft – mit Betriebsbeginn der Kaiserplatzgalerie – drastisch höheren Quadratmeterpreise nicht werden zahlen können.

Nun teilte Neu-Hausbesitzer Kahlen bei einem persönlichen Besuch in der Pizzeria den Eheleuten mit, dass der Kündigung zum Ende dieses Jahres Folge zu leisten sei, weil er jetzt die Räume für eine Zwischennutzung durch andere Pächter mit länger laufenden Verträgen bräuchte. Wie die äußerst um ihre berufliche Existenz besorgten Eheleute, die auch Sorge für drei Kinder tragen, versichern, zeigte Herr Kahlen bezüglich eines weiteren Betriebs der Pizzeria keine Gesprächsbereitschaft.

So wende ich mich an Sie mit der Bitte, sich vermittelnd an Herrn Kahlen zu wenden mit dem Ziel, den Rausschmiss der ratlosen und verzweifelten Eheleute aus ihrer Pizzeria zum Jahresende zu verhindern. Auch wenn es hier nicht um einen großen Betrieb mit vielen von Arbeitslosigkeit bedrohten Mitarbeitern geht, so ist doch auch in diesem Fall die existenzielle Bedrohung einer Familie (nebst der Familie eines Mitarbeiters) mit gebotenen Mitteln abzuwenden. Es wäre sehr schön, wenn Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten dringend notwendige Gespräche mit dem Investor führen würden mit dem Ziel, den Eheleuten Ketabi den weiteren Betrieb ihrer Pizzeria zu ermöglichen.

Für Ihre Mühe bedanken wir uns – auch im Sinne der besorgten Familie – herzlich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen


i.A. Horst Schnitzler
Gerhard Bahr
Christoph Allemand

Straßenaktion am Adalbertsberg am 06.12.2008

Aachen, 25.11.2008 – Am Samstag, 06.12.2008, von 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr laden wir zur nächsten öffentlichen Aktion am unteren Adalbertsberg ein, wiederum unter dem Motto „Straßenfest – Wir halten an der Straße fest“.

Wir informieren im Gespräch und mit Infotafeln über das Bauvorhaben und unsere Gründe, das Vorhaben in der geplanten Form abzulehnen. Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, ihre Meinung zum Projekt zu äußern. Je nach Wetter gibt es auch noch Musik, heiße Getränke und warme Suppe.

Bilder von der Straßenaktion am 25.10.2008

Straßenaktion am 25.10.2008 – Informationsstand – Foto: Elisabeth Ruppert
Informationsstand
Foto: Elisabeth Ruppert
Straßenaktion am 25.10.2008 – Blick auf den Adalbertsberg – Foto: Elisabeth Ruppert
Blick auf den Adalbertsberg
Foto: Elisabeth Ruppert
Straßenaktion am 25.10.2008 – Informationsstand – Foto: Elisabeth Ruppert
Informationsstand
Foto: Elisabeth Ruppert
Straßenaktion am 25.10.2008 – Die Ballonkette markiert die Bauhöhe der Kaiserplatzgalerie – Foto: Elisabeth Ruppert
Die Ballonkette markiert die Bauhöhe der Kaiserplatzgalerie
Foto: Elisabeth Ruppert
Straßenaktion am 25.10.2008 – Banner – Foto: Angela Fiege
Banner
Foto: Angela Fiege
Straßenaktion am 25.10.2008 – Banner – Foto: Angela Fiege
Banner
Foto: Angela Fiege

Verkehrskonzept von Vorgestern

Ein Beitrag von Elisabeth Ruppert

Aachen, 01.11.2008 – Als bekannt wurde, dass ein Investor in der Adalbertstraße ein modernes Einkaufszentrum bauen will, blieben kritische Stimmen weitgehend ungehört, zu froh war man, dass hier überhaupt etwas geschieht.

Mittlerweile wurde die Planung überarbeitet. Durch diese Verschlimmbesserungen sind nicht nur die Anwohner „aufgewacht“. Es stellt sich die Frage, ob diese Planung eine angemessene Balance der verschiedenen Interessen, durch die ja die Lebendigkeit einer Stadt entsteht, darstellt.

Bedenklich ist z. B. das angeblich notwendige Parkhaus. Dieser Begriff suggeriert fälschlicherweise ein Gebäude, welches man notfalls auch wieder abreissen könnte. Statt dessen ist geplant, anstelle der vorhandenen Wohn-Nutzung die zwei obersten Geschosse in Park-Nutzung umzuwandeln. Im Falle des Büchel-Parkhauses hat die Stadt erkannt, dass eine innerstädtische Fläche viel zu wertvoll ist, um sie oberirdisch mit Autos zu belegen. Warum will sie diese richtige Erkenntnis nicht auch auf die Adalbertstraße anwenden? Statt dessen soll ein Verkehrskonzept von vorgestern realisiert und damit für Jahrzehnte „zementiert“ werden. Das haben die Adalbertstraße und ihre angrenzenden Wohnstraßen nicht verdient! Weil ohnehin genügend kostenpflichtige Stellplätze vorhanden sind, wäre es im Hinblick auf steigende Spritpreise besser, zusätzlich ein kundenfreundliches Nahverkehrskonzept zu entwickeln, von dem die Galerie profitieren und das durch die Stellplatz-Ablösesumme finanziert werden könnte.

Die Fläche der zwei obersten Geschosse wäre viel besser durch eine sinnvolle Mischung aus Wohnungen und Verkaufsfläche genutzt. Insbesondere Letzteres ermöglicht es, auf die Einverleibung des Adalbertsbergs und darüber hinaus zu verzichten, so wie es auch im ursprünglichen Entwurf vorgesehen war.

Straßenaktion am Adalbertsberg

Aachen, 17.10.2008 – Am Samstag, 25.10.2008, von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr laden wir ein zu einer öffentlichen Aktion am unteren Adalbertsberg unter dem Motto „Straßenfest – Wir halten an der Straße fest“.

Dort, wo nach den Vorstellungen der Planer und der Stadt der Haupteingang der „Kaiserplatzgalerie“ liegen soll, ist heute noch der Adalbertsberg mit seiner imposanten Rosskastanie. Dieser Teil des Adalbertsbergs soll laut Ratsbeschluss verkauft werden – aber noch gehört er der Öffentlichkeit, und dies soll unserer Meinung nach auch so bleiben. Sie können sich vor Ort selbst ein Bild von dem Bauvorhaben machen und sich im Gespräch mit uns informieren.

Die Aktion wird vom Akademischen Verein zu Euregio e. V., der in der Harscampstraße tätig ist, unterstützt.

Straßenaktion am 25.10.2008

Sieben auf einen Streich

Ein Leserbrief von Wolfgang Surges

Aachen, 09.10.2008 – Der kritische Kommentar Herrn Kaisers in dieser Zeitung [Anm.: Aachener Nachrichten] zum gewaltigen Einkaufszentrum (EKZ) „Kaiserplatz-Galerie“ im Herzen Aachens spricht mir aus der Seele.

Wer auf die quietschbunten Idealbilder des EKZ-Investors nicht hereinfällt, ist erschreckt über die glasverhangene Monotonie dieser Intensivstation des Konsums in unserer traditionsreichen Stadt, deren menschlichen Charme Bewohner und Besucher schätzen. Warum verschließen die Bürgervertreter im Stadtrat die Augen vor den bekannten wirtschaftlichen und stadtkulturellen Problemen einer solchen Heuschrecken-Anlage? Weil eine positive Entwicklung der Kleinen Adalbertstraße seit Jahrzehnten erfolglos herbeigesehnt wird und darum das Angebot des Großinvestors wie das Lösungsmodell „Sieben auf einen Streich“ wirkt.

Entgegen bisheriger EKZ-Planung muss nun allen Bürgern gehörender Aachener Boden verkauft werden, weil der Investor es will und sonst nicht gebaut wird. Die Zustimmung unseres Stadtrats zeigt die mutlose Ver-Handlungsunfähigkeit angesichts der ersehnten und jetzt scheinbar alternativlosen Lösung durch den „Großen Investor“. Gibt es Alternativen? Mit viel Geld hat sich der Investor die Grundstücke für das Riesen-EKZ im Herzen von Aachen zusammengekauft. Was geschieht, wenn er von seinem Vorhaben absieht (was angesichts der katastrophalen Kapitalmarktlage eh möglich ist)? Weil sein bisher arbeitsloses Geld Gewinne bringen soll, wird er die dann für ihn nutzlosen Grundstücke so schnell wie möglich verkaufen. Entweder in kleineren Parzellen, die bekanntlich ein Stadtbild in menschlichem Maßstab versprechen, oder als großes Terrain, bei dessen Bebauung die Stadträte mehr Mut zeigen werden, einer großflächigen Verschandelung Aachens durch ein EKZ entgegenzutreten.

Bürgerinitiative „Kaiserplatzgalerie – aber anders!“ plant Bürgerbegehren

Aachen, 01.10.2008 – Wir, die Bürgeriniative „Kaiserplatzgalerie – aber anders!“, haben in zahlreichen Gesprächen mit Politik, Interessenverbänden und Planern unsere Bedenken, Argumente und alternative Planungsansätze bezüglich des Bauvorhabens „Kaiserplatzgalerie“ erörtert. Fair und konstruktiv ringen wir um dringend notwendige Änderungen.

Wir sagen: Baut Wohnraum statt Parkraum – dringend benötigter bezahlbarer Wohnraum wird mitten in der Stadt abgerissen und durch ein völlig unnötiges verkehrs- und umweltbelastendes Parkhaus mit bis zu 630 Stellplätzen ersetzt. Dieses Parkhaus muss entfallen, stattdessen kann neue Wohnfläche entstehen. Wir sagen: Keine Überbauung des unteren Adalbertsbergs, keine Fällung der großen Rosskastanie – nirgendwo wurde ein stichhaltiges Argument für diesen harten städtebaulichen Eingriff genannt, bei dem ohne jede Notwendigkeit öffentliche Fläche privatisiert und ein Naturdenkmal geopfert wird.

Wir sagen: Schützt die noch verbliebenen Mieter – die Verdrängung von alt-eingesessenen Mietern kann noch gestoppt werden. Plant behutsam und sinnvoll die noch belegten Häuser ein. Wir sagen: Überprüft die Gutachten, verändert das Konzept – Feinstaubbelastung, zusätzliche Leerstandsquoten in der Innenstadt und die Größe der Verkaufsflächen müssen neu bewertet und dringend reduziert werden.

Wir sagen: Verbesserung der Architektur ist dringend geboten – keine „Kreisliga“ sondern „Weltklasse“ ist für eine Stadt Bedingung, die stark von ihrem historischen Stadtbild lebt. Kleinteiligkeit, Charakter und angemessene Größe ist auch in der Adalbertstraße Pflicht.

Leider haben wir aber in keinem Gespräch mit Politik und Verwaltung den klaren Willen gespürt, die vorliegende, in so vielen Punkten fragwürdige Planung der Galerie zu verändern.

Wir sehen uns deswegen in der Pflicht, ein Bürgerbegehren vorzubereiten, um die notwendigen und sinnvollen Planungsänderungen gemeinsam mit den Aachener Bürgerinnen und Bürgern einzufordern. Art und Weise des Begehrens haben wir rechtlich geprüft.

Dabei ist nicht das Verhindern des Projektes unser Ziel. Vielmehr müssen dringend notwendige Planungsänderungen umgesetzt werden, um diese Stadt, dieses Viertel, langfristig lebenswerter und menschlicher zu gestalten und Schaden von der Stadt abzuwenden. Wir als Bürger der Stadt Aachen sehen hier akuten Handlungsbedarf, dem bislang weder Politik noch Verwaltung nachkommen.